Hallo liebe Leserin, lieber Leser!

Seit der Ankündigung unserer Auflösung im Sommer 2017 ist nun eine Woche vergangen. Ich habe wahnsinnig viele ehrliche Mails bekommen, oft mit tollen, unterstützenden und wertschätzenden Worten. Dafür bin ich sehr dankbar. Dass viele von euch traurig sind, kann ich sehr gut verstehen. Ich selber fühlte und fühle mich im vergangenen Jahr wie durch eine heftige Gefühlsachterbahn geschleudert.

Ich kenne diese Jungs zum Teil seit 35 Jahren. Wir sind zusammen durch schöne, schwierige, harte und geniale Zeiten gegangen. Wir haben Straßenmusik gemacht und sind vor schwer betrunkenen Betonmischer-Fahrern aufgetreten. Wir haben tausende Male zusammen auf der Bühne gestanden und Wise-Guys-Lieder vor einer Person und bis zu 70.000 Leuten gesungen. Wir waren in den USA, in Indien, in Südafrika. Ich bin unendlich dankbar für die tollen Erlebnisse, die mir diese Gruppe schenkte.

Dennoch nagt seit vielen Jahren das Gefühl an mir: Ich will nochmal etwas anderes mit meinem Leben anfangen. Mit unbekannten Menschen zusammenarbeiten, neue Wege gehen, mein Potenzial neu kennenlernen. Mein Theologiestudium, das ich begonnen hatte mit dem klaren Ziel, Pfarrer zu werden, hängte ich 2008 an den Nagel. Eine Zeit lang war mir der Beruf „Wise Guy“ dann eine Erfüllung. Und dennoch kam das Gefühl wieder, irgendwann im Laufe der letzten paar Jahre sogar gekoppelt mit einer steigenden Dringlichkeit: „Wenn du’s jetzt nicht machst, machst du’s nie mehr“, sagte mir eine innere Stimme.

Anfang 2015 war ich sicher: Ich muss aussteigen, um mir treu zu bleiben, selbst wenn ich nicht weiß, ob die Jungs ohne mich weitermachen. Ohne diese innere Sicherheit hätte ich eine solche gewichtige Entscheidung nicht treffen können. Und sie hat mich nicht verlassen. Ich würde sagen: Selbst wenn ich in drei Jahren denken würde, dass es ein Fehler war, auszusteigen, war es kein Fehler.

Anfangs hatte ich noch keinen Plan, was ich genau machen würde. Viele Ideen flogen unverbunden in mir herum. Um Pfarrer zu werden, müsste ich ganz neu studieren; das kann ich mir nicht leisten und möchte es auch nicht mehr.

Mittlerweile weiß ich, was ich tun will. Ich werde einerseits dem kreativen Bereich treu bleiben. Ich schreibe ein Buch und nehme eine CD auf - mit Instrumenten! Das Ergebnis kommt dann auch live auf die Bühne – mir schwebt ein Ein-Mann-Hörspiel mit Songs vor.

Ich werde mich andererseits zum systemischen Coach und Prozessberater ausbilden lassen und habe damit schon angefangen. Ich möchte Gruppen (Bands?), Firmen und Menschen bei allem unterstützen, worin sie sich von mir begleiten lassen möchten. Ich bin da für Anfragen grundsätzlich offen, werde aber meinen Fokus zunächst auf Buch und CD legen.

Bis Sommer 2017 widme ich wie in der Vergangenheit meine Energie den Wise Guys und freue mich auf unsere kommenden Konzerte. Und dann … mal sehen … ich freue mich tatsächlich sehr auf die sehr offene Zukunft und bin wahnsinnig gespannt, was kommt. Wenn du einen Teil meines Weges mit mir gehen möchtest, freue ich mich sehr. Ich halte dich gerne in meinem Newsletter auf dem Laufenden, was Entwicklungen in beiden Bereichen angeht.

Lass es dir gut gehen!

Herzliche Grüße,

Eddi

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