Kann ich was tun?

Eine Woche nach den schrecklichen Anschlägen von Paris ist es mir nicht leichtgefallen, einen Post zu verfassen, in dem ich einen (mehr oder weniger) lustigen Cartoon mitschicke oder aber gutgemeinte Tipps gebe, wie du es dir gut gehen lassen kannst.

Aber: In diesen Tagen beherrschen Nachrichten die Schlagzeilen, die mir und vielen anderen Angst machen. Und die Angst macht es mir schwerer, friedliche Gedanken zu haben. Ein Teufelskreis?

Ich wurde gefragt, wie es denn dazu kommen kann, dass ein Mensch überhaupt solche Gewalt verüben kann und will. Ich habe darauf keine Antwort. Ich kann nur mich selbst beobachten: Ich bin auch manchmal gefangen in "verwirrten Gedanken", wie Byron Katie sie nennen würde, mache andere für mein vermeintliches Leiden verantwortlich oder spüre den Impuls, gewalttätig zu werden. Wer kann sagen, welche Umstände mich zu einem Terroristen gemacht hätten?

Vielleicht können wir uns gerade in diesen Zeiten dazu anregen lassen, dahin zu schauen, wo wir selbst gewalttätige Gedanken haben: Gewalttätig gegen uns selbst, gegen unsere Nächsten, gegen Fremde. Und diesen Gedanken nicht mit Ablehnung - Hass zu begegnen, sondern mit Geduld und Nachsicht: Auch sie wollen uns helfen. Das heißt nicht, dass ich ihnen glauben muss. Bei "The Work" von Byron Katie kann ich lernen, alle meine Gedanken anzusehen und zu bemerken, wie wenig Substanz sie haben. Dann macht sich bei mir der Friede bemerkbar, den wir alle in uns tragen.

Ich wünsche dir ein schönes und friedliches Wochenende - herzliche Grüße von

Eddi

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